Der Pilates Reformer ist eines der bekanntesten Geräte der Pilates-Methode.
Er besteht aus einem beweglichen Schlitten, Federn, Seilen beziehungsweise Schlaufen und einer Footbar. Durch unterschiedliche Federwiderstände können Übungen unterstützt oder erschwert werden.
Das Besondere daran: Die Federn erzeugen keinen einfachen Widerstand wie beispielsweise ein Gewicht an einer Kraftmaschine.
Sie verlangen Kontrolle.
Der Schlitten bewegt sich. Der Körper muss darauf reagieren. Die Bewegung muss gebremst, geführt und wieder kontrolliert zurückgebracht werden.
Dadurch entsteht ein sehr differenziertes Training.
Auf dem Reformer kann im Liegen, Sitzen, Knien und Stehen gearbeitet werden. Je nach Übung lassen sich Kraft, Stabilität, Beweglichkeit, Gleichgewicht und Koordination trainieren.
Reformer Training ist nicht automatisch Pilates
Das ist einer der wichtigsten Punkte.
Heute werden viele Trainingsstunden auf Geräten angeboten, die einem Pilates Reformer ähneln. Die Übungen können intensiv und anstrengend sein. Trotzdem handelt es sich deshalb nicht automatisch um Pilates.
Der Reformer ist zunächst einmal ein Trainingsgerät.
Ob darauf Pilates unterrichtet wird, entscheidet sich durch die Methode. Werden die Pilates-Prinzipien berücksichtigt? Wird auf die Position von Becken, Wirbelsäule und Schultergürtel geachtet? Werden Bewegungen kontrolliert aufgebaut? Gibt es sinnvolle Übungsfolgen? Kann ein Trainer Übungen an unterschiedliche körperliche Voraussetzungen anpassen?
Oder geht es hauptsächlich darum, möglichst schnell möglichst viele Wiederholungen zu absolvieren?
Das sind erhebliche Unterschiede.
Pilates ist kein Training nach dem Motto „Je härter, desto besser“
Eine Pilates-Stunde darf anstrengend sein.
Und sie kann sehr anstrengend sein.
Fortgeschrittenes Pilates verlangt Kraft, Beweglichkeit, Koordination und eine sehr gute Körperkontrolle. Trotzdem ist maximale Erschöpfung nicht das eigentliche Trainingsziel.
- Muskelzittern ist kein Qualitätsmerkmal.
- Schweiß ist kein Qualitätsmerkmal.
- Muskelkater ist ebenfalls kein Beweis dafür, dass eine Pilates-Stunde besonders gut war.
Entscheidend ist die Qualität der Bewegung.
Eine scheinbar einfache Übung kann ausgesprochen anspruchsvoll werden, wenn sie präzise ausgeführt wird.
Genau darin liegt eine Stärke der Pilates-Methode.
Pilates ist nicht einfach Fitness auf dem Reformer
Ein Reformer bietet unzählige Möglichkeiten. Genau deshalb kann man auf ihm auch Übungen durchführen, die mit Pilates wenig zu tun haben.
Das ist grundsätzlich nicht schlecht.
Es sollte nur klar benannt werden.
Ein Workout auf einem reformerähnlichen Gerät kann ein gutes Fitnesstraining sein. Es kann Kraft und Ausdauer fördern und Spaß machen.
Aber ein Training wird nicht allein dadurch zu Pilates, dass ein Reformer im Raum steht.
Bei Reformer Pilates steht nicht das Gerät im Mittelpunkt, sondern die Methode.